Ameisenprojekt in der Kita Lurchi

Im Garten unserer Kita ist die Ameisenart Lasius Niger (die schwarze Wegameise) beheimatet. An den Baumstämmen haben wir viele fleißige Arbeiterinnen entdeckt, die in Form von Ameisenstraßen die Bäume hinauf und auch wieder hinunterkletterten.
Der Auslöser unseres Projekts waren einige Kinder, auf die die kleinen Krabbeltierchen besonders faszinierend wirkten. Sie wurden des Öfteren dabei beobachtet, wie sie mit den Insekten experimentierten, indem sie Sand auf die Ameisenstraße warfen, oder sogar mit kleinen Sandschaufeln auf die Ameisen schlugen. Dabei ist den Kindern aufgefallen, dass sich die Ameisen von ihrer Arbeit nicht abhalten ließen.
Für die Kinder scheinen Ameisen besonders abstrakt zu wirken, da es sehr viele von ihnen gibt.
Um den Kindern die Wertschätzung und auch das soziale Verhalten der kleinen Lebewesen zu vermitteln, haben wir gemeinsam eine Ameisenstraße genauer beobachtet. Dabei haben wir zwei Ameisen entdeckt, die zusammen einen Käfer den Baumstamm hinuntergetragen haben. Am Fuße des Baumstammes sind uns kleine Löcher aufgefallen, die in den Boden gegraben waren. In eines von diesen Löchern sind die beiden Ameisen mit dem Käfer hineingekrabbelt. Um das Leben der Ameisen für alle Beteiligten verständlicher zu machen, haben wir gemeinsam das Buch „Im Ameisenbau“ angeschaut. Daraus wurde ersichtlich, dass die Ameisenkönigin tief in dem Ameisenbau wohnt und Eier legt. Sie ist praktisch die Mutter aller Ameisen in ihrer Kolonie. Eine Ameisenkolonie lebt in einem überaus sozialen Staat als Gemeinschaft. Während die Ameisenkönigin Eier legt, schwärmen einige Arbeiterinnen auf Ameisenstraßen aus, um auf Futtersuche zu gehen. Dabei überholen sie sich nicht. Egal wie langsam oder schnell die vordere Ameise ist. Der andere Teil der Arbeiterinnen bleibt im Ameisenbau und versorgt die Eier und die Larven. Wenn die futtersuchenden Ameisen mit Beute zurückkehren, werden die zurückgebliebenen Arbeiterinnen, die Larven und auch die Königin von ihnen gefüttert. Ein Ameisenbau in der Realität von innen zu beobachten, wäre, ohne den Bau zu zerstören, nicht möglich.
Um den Kindern und auch uns jedoch einen naturwissenschaftlichen Einblick in das Leben der Ameisen und deren soziales Verhalten geben zu können, entstand die Idee, ein Ameisen-Formicarium in der Kita aufzustellen. Das Formicarium und die Ameisenkolonie mussten zuerst bestellt werden. Es hat einige Tage in Anspruch genommen bis die Lieferung bei uns ankam. Während der Wartezeit haben die Kinder fleißig Ameisen gebastelt, um die neuen Freunde gemeinsam begrüßen zu können. Die gebastelten Ameisen standen auf dem Platz, der für das Formicarium bestimmt war, und warteten. Es wurden immer mehr. Und dann war es endlich soweit. Das Formicarium konnte aufgebaut werden. Die Ameisenkolonie beinhaltet eine große Ameisenkönigin und 12 Arbeiterinnen. Das Reagenzglas, in dem sich im hinteren Teil ein Wassertank befindet, abgeteilt durch einen Wattestopfen um für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen, wurde in die Arena gelegt. In dem Reagenzglas befand sich auch die Ameisenkolonie. Die Arena wurde auf den Tisch gestellt, damit alle Kinder die kleinen Lebewesen beobachten konnten. Die gebastelten Ameisen der Kinder standen um die Arena herum. Mit einem Ameisenlied haben wir die Ameisen begrüßt. Alle Beteiligten waren überaus fasziniert. Die Ameisenkönigin zieht mit ihrer kleinen Kolonie erst dann freiwillig in die angeschlossene Farm ein, wenn es durch die wachsende Kolonie in dem Reagenzglas ungemütlich und eng wird. Wir konnten beobachten, wie zwei bis drei Ameisen ausschwärmten, um das neue Gelände zu erkunden. Das war sicher auch für die Ameisen sehr aufregend. Das Formicarium steht nun an seinem Platz und immer wieder blicken die Kinder mit Neugierde in die Arena. Sie beteiligen sich begeistert an der Fütterung der Ameisen und beobachten dabei hochkonzentriert, wie die kleinen Arbeiterinnen das Futter in ihr Nest tragen. Mit Hilfe einer Lupe entdecken die Kinder dabei, wie sie ihre Artgenossen und ihre Brut füttern.
Das Interesse der Kinder über das Thema „Ameisen“ steigt. Sie beginnen, die Ameisenstraßen an unseren Bäumen genauer, und durch einen anderen Blickwinkel zu betrachten.