Schon vor unseren Sommerferien bemerken wir bei vielen Kindern ein spezielles Interesse. Draußen duckt sich immer das gleiche Trüppchen Kinder hinten an der kühlen Mauer ins Gras und sammelt diverse Käfer in Eimerchen. Zusammen bestimmen wir mithilfe von Büchern die Namen der Insekten, und nach den Ferien ist das neue Thema der Gruppe beschlossen.
Den ersten Morgenkreis bereiten Alend und Raman vor. Über was wollen wir sprechen?

Raman: „Ameisen!“

Alend: „Gelbe Marienkäfer.“

Raman: „Was fressen die eigentlich?“

Gemeinsam recherchieren wir die Antworten zu den ersten Fragen, drucken Bilder und Erklärungen aus und stellen sie im Morgenkreis vor. Das Interesse ist groß. Zuerst steht in der Gruppe das Thema Ameisen im Mittelpunkt. Dazu gestalten wir mit den Kindern eine Ameisenstraße, die von unserer Projektwand, die Treppen hinunter und bis ins Ameisengelände führt. In der Piazza macht die Ameisenstraße an der Säule Halt, an der diverse Fotos von Ameisenarten und deren Gewohnheiten zu entdecken sind. Blattschneideameisen, gelbe und rote Ameisen und deren Nahrung. An der Säule befestigen wir einen selbstgefundenen Baum, an den wir viele Buchenblätter hängen. Die Piazza wird zum Wald. Auch gegenüber bringen wir eine Buche an.

Sofia: „Weißt du, Ameisen haben eine Königin. Wie Bienen!“ Sie gestaltet gerade eine große Ameise, mit schwarzen Beinen, großen Augen und klebt eine pinke Krone drauf.

Raman: „Haben Bienen auch eine Königin? Käfer auch?“

Wir greifen das neue Thema der Kinder sofort im Morgenkreis auf. Jens erzählt den Kindern eine Bildergeschichte von einem Kind, das draußen im Garten die Blumen zertrampelt, und einer Biene, die darüber sehr traurig ist. Die Kinder erkennen, dass die Bienen in den Blumen Nahrung suchen, und mit dem Nektar in ihr Nest zurückkehren. Dieses Nest gestalten die Kinder daraufhin mit drei Luftballons, Kleister und gelbem Seidenpapier. Der Bienenstock findet seinen Platz im Piazza-Wald. Aber was wäre ein Bienenstock ohne Bienen? In der folgenden Woche stellen wir den Kindern Styroporkugeln, Draht, Farben und Federn zur Verfügung. Es entstehen ganz individuelle Bienen, mit Augen, seidigen Flügeln. Manche haben Stacheln, manche vier Augen, manche einen Knopf am Popo, oder eine Krone auf dem Kopf. Ein ganzer Schwarm von ihnen fliegt durch die Piazza, bis hoch in die Projektgruppe. „Wie Kolibris sehen die aus“, merkt die Tochter von Frau Krause an. Stimmt irgendwie. Passend zum Thema gestalten die Kinder mit Bubblewrap und Farbe noch Bienenwaben-Bilder, und kleben aus Moosgummi-Kreisen geklebte Bienen darauf. Ein bisschen Glitzerspray drauf, fertig!

Derweil krabbeln die jüngeren Kinder in der Turnhalle durch eine Käfer-Bewegungslandschaft. Ein großes Labyrinth aus Matten und Tunneln durchzieht den Raum. In jedem Bildungsbereich greifen wir das Thema mit den Kindern auf.

Mal sehen, welches Insekt uns als nächstes begegnet … da fällt den Kindern sicherlich etwas ein!